Der schlafende Riese Rugby erwacht in Deutschland

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Bei Rugby denken die meisten erst einmal an Australien, Schottland und Neuseeland. Aber selbst wenn Deutschland nicht als das klassische Rugby Land gilt, wird der Mannschaftssport in unserem Land immer populärer.

In Neuseeland dreht sich alles um Rugby

Wenn Codie Taylor durch die Straßen von Wellington spaziert, wird er alle paar Meter um ein weiteres Autogramm gebeten. Der Stürmer von den All Blacks aus Neuseeland ist so bekannt wie Franz Beckenbauer und Manuel Neuer in Deutschland. In Neuseeland ist Rugby der Nationalsport, wie in Schottland und anderen Commonwealth Staaten. Bei den Rugby Meisterschaften in Neuseeland sind die Straßen in den Austragungsorten wie ausgestorben, die Fan Artikel der verschiedenen Mannschaften gehen weg wie warme Semmel und die Live-Wetten brechen alle Rekorde. Selbst die lokalen Sportzeitungen berichten über jede noch so kleine Neuigkeit, die die Resultate der Liga beeinflussen könnte.

In Deutschland ist der Mannschaftssport leider noch nicht so beliebt, obwohl der Sportdirektor des Deutschen Rugby-Verbands (DRV), Manuel Wilhelm, große Pläne hat. Rugby soll in Deutschland die Nummer 3 der Teamsportarten werden. Angesicht der immensen Bedeutung, die Rugby in vielen Teilen der Erde hat, scheint das keine allzu große Herausforderung zu sein. Die Rugby Weltmeisterschaften sind nach der Fußball-WM und Olympia schon die am meisten gesehenen Sportveranstaltungen im Fernsehen. Die Weltmeisterschaften 2017 besuchten in den WM-Arenen mehr als 2,2 Million Zuschauer, bei denen die All Blacks sich den Endsieg sicherten.

 

Die Wild Rugby Academy und Capri Sonne

Um den Sport in Deutschland noch attraktiver zu machen, ist der DRV vor allen Dingen auf eine Person angewiesen. Der Unternehmer und Milliardär Hans Peter Wild ist ein leidenschaftlicher Förderer und Rugby-Fan. Das Logo des bekanntesten Produkts des Unternehmers, Capri Sonne, ziert sogar die Brust der deutschen Rugby Nationalmannschaft. Mit seiner Stiftung „Wild Rugby Academy“ unterstützt Wild kräftig den Deutschen Rugby Verband sowie verschiedene Aktionen um den Rugby Sport in Deutschland als Breitensport zu etablieren. Für die letzte Aktion der Acadamy besuchten die beiden Nationalspieler Marcel Coetzee und Steffen Liebig 41 rugbybegeisterte Jugendliche im Sommercamp des Rugby Verbandes Bayern (RVBY). Mit den Aktionen soll das Interesse an Rugby gesteigert werden, es werden aber noch höhere Ziele angestrebt. In Partnerschaft mit dem Team Tokio aus der Rhein-Neckar Region sollen Athleten für den olympischen und paraolympischen Spitzensport gefördert werden.

 

Die ersten Erfolge für Rugby in Deutschland

Die Unterstützung der Wild Rugby Academy für die deutsche Nationalmannschaft zeigten dieses Jahr die ersten Früchte. Obwohl sich die deutsche 15er Rugby Mannschaft dieses Jahr noch nicht für die nächste Weltmeisterschaft qualifizieren konnte, überwiegen die Erfolgsnachrichten im Rugby Sport. Mit einem starken fünften Platz schloss das deutsche Team bei der Premiere des DHL Oktoberfest 7s Turniers im Münchner Olympiastadium ab. Im Viertelfinale unterlag das Team mit dem Bundestrainer Vuyo Zangqa dem englischen Team mit 12:26 Punkten, konnte danach aber in der Platzierungsrunde überzeugen. Die Topteams aus Frankreich und Argentinien konnten mit 7:5 und 19:17 den deutschen Rugby Spielern nicht das Wasser reichen.

 

Die Erfolge der deutschen Rugby Nationalmannschaft und die Unterstützung der Verbände, speziell der Wild Rugby Academy Stiftung, wecken immer mehr Interesse an der Sportart aus England. In den nächsten Jahren werden Sportfans immer mehr von der in Deutschland noch stiefmütterlich behandelten Sportart Rugby hören.

Kategorie: Allgemein, International

Im European Continental Shield Wettbewerb trifft der Heidelberger RK im ersten Spiel auf Patara Calvisano

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Niemand schlägt Neuseeland bei der Rugby Championship 2017

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Wie so oft fanden sich die All Blacks am Ende des Tages wieder an der Spitze wieder. Bei der Rugby Championship 2017 verteidigte Neuseeland seinen Titel beim alljährlichen Turnier. Sechs Wochenenden zwischen dem 19. August und dem 7. Oktober entschieden über Sieger und Verlierer unter den vier teilnehmenden Mannschaften. Auch wenn der letzte Spieltag noch bevorsteht, ist der Titelverteidiger mittlerweile offiziell der alte und neue Champion.

Der Titelverteidiger ist wieder am stärksten

Mit Neuseeland, Australien, Südafrika und Argentinien haben sich die vermeintlich stärksten Rugby-Nationen der südlichen Erdhalbkugel zusammengefunden, um den Sieger der Rugby Championship 2017 auszuspielen. Zum fünften Mal konnten sich die neuseeländischen All Blacks durchsetzen. Nach fünf von sechs Spielen stehen sie uneinholbar an der Spitze. Die Dominanz war 2017 recht erdrückend, egal wo man auch antrat. Als einzige Mannschaft im Turnier kann Neuseeland eine positive Punktedifferenz vorweisen, welche nach fünf Spielen bei fantastischen +126 liegt. Angesichts dieser Ausnahmestellung überrascht es wenig, dass Neuseeland schon jetzt als großer Favorit für die WM 2019 in Japan gehandelt wird. Mit einer Quote von 2,20 (Stand 5. Oktober) liegt man momentan im Ranking vor England und Australien. Insbesondere jene Australier konnten auf heimischem Boden nicht recht mithalten und gewannen selbst insgesamt lediglich ein einziges Spiel, während sie sich zwei Unentschieden gegen die zweiplatzierten Südafrikaner einhandelten. Einzig Argentinien war wieder einmal das Futter für die Auswahl der mehrfachen Weltmeister und verlor all seine fünf Spiele.

Beim Blick auf die Statistik wird schnell klar, dass vor allem Neuseeland wieder einmal die Bestenlisten ausfüllt. Fly-Half Beauden Barrett, im Klub für die Hurricanes aktiv, wurde zum zweiten Mal in Folge zum Top-Scorer des Turniers und sammelte insgesamt 67 Punkte. Obwohl es sich damit um einen Rückgang von 14 Punkten handelt, blieb er einer der auffälligsten Akteure im ganzen Wettbewerb. Das gleiche gilt für Israel Folau (ebenfalls Neuseeland), der mit 5 Tries die meisten erzielte. Vor allem jene Fans, die vor allem an offensivem Spektakel interessiert sind, konnten sich über eine Zunahme der Gesamt-Tries während der Rugby Championship 2017 freuen. Die Zahl stieg von 5,83 Tries pro Spiel auf 7,4 im Folgejahr. Trotz der attraktiven Spiele sank die Zahl der Zuschauer recht deutlich um fast 7.000 Personen.

Neuseeland beeindruckt in Runde 4

Besonders am 4. Spieltag konnten sich die Neuseeländer über eine Galavorstellung ihrer Mannschaft freuen. Diese setzte sich beeindruckend gegen Südafrika durch und gewann dabei 57:0. Vor allem die Gäste stellten in Albany damit einige neue Negativrekorde auf. Es handelte sich zum Beispiel um die höchste Testspielniederlage aller Zeiten und schlug gar die 50-Punkte-Differenz zu England aus dem Jahr 2002. Zudem verloren die Springboks demnach auch niemals höher gegen Neuseeland. Zuletzt war eine 42-Punkte-Niederlage der Tiefpunkt der Südafrikaner. Durch den Sieg konnten die All Blacks den Freedom Cup verteidigen, der bei der Rugby Championship jährlich zwischen den zwei Nationen ausgespielt wird. Schon während der ersten Halbzeit waren die Gastgeber uneinholbar auf der Siegerstraße angelangt und bauten sich einen 32:0-Vorsprung auf. Ein Beauden Barrett Penalty sowie Tries von Rieko Ioane, Nehe Milner-Skudder, Scott Barrett sowie Brodie Rettalick machten schon früh alles klar. Statt es in der zweiten Hälfte ruhiger angehen zu lassen, ließ das Team von Steve Hansen vier weitere Tries folgen, um die Gesamtzahl auf acht zu bringen. Wieder einmal waren Milner-Skudder sowie Ofa Tu’ungafasi, Lima Sopoaga und Codie Tayler erfolgreich.

Am letzten Spieltag stehen noch zwei Spiele an, um das Turnier auch offiziell zu komplettieren. Während Südafrika abermals gegen Neuseeland antreten muss, haben es die Australier mit Argentinien auswärts in Mendoza vermeintlich einfacher. Die Springboks und Wallabies kämpfen noch um Platz zwei und damit vor allem um die Ehre, die bei jedem Triumph der Neuseeländer stets angekratzt daherkommt. Im Newlands Stadium von Kapstadt wird die Luft trotz des frühzeitigen Triumphes des Rivalen vermutlich ebenso brennen. Die heftige Niederlage soll ein für allemal der Vergangenheit angehören. Als einmalige Chance und Motivation bietet sich zudem, den Weltmeister als einzige Mannschaft zu schlagen. Trotz aller potentiellen Situationen fällt es momentan sehr schwer, einen wahren Rivalen für die All Blacks auszumachen. Bei kommenden Events wie der Weltmeisterschaft wird der Weg abermals nur über den dreifachen Weltmeister führen. Trotz allem dürfen sie sich keine Schwächen erlauben, denn auch Europas stärkste Teams wie England und Irland schlafen nicht. Im Knockout-System können sie Hansens Team an einem guten Tag allemal gefährlich werden.